Mittwoch, 9. Juli 2014

Berge des Wahnsinns - Lake's Lager Teil 2

Hier die Übersicht der bisherigen Berichte.
[Spielleiterkommentare in blau.
Spätestens jetzt wurde es notwendig, das die Spieler die Berichte der Vorgängerexpedition gut kennen bzw. vorliegen haben. Ohne dies besteht die Gefahr, dass die Spieler/Charaktere unter falschen Annahmen wild herumspekulieren. Und hier scheitert das offizielle Kampagnenmaterial leider! Unter den zahlreichen Handouts gibt es keins, das die offizielle Geschichte übersichtlich darlegen. Am besten passt hier noch der Zeitungsartikel aus dem halboffiziellen Expeditionspack von Cthulhus Ruf. Leider ist das Zeitungsformat ziemlich unübersichtlich und schwafelig. Erfreulicherweise schwirrt im Internet ein Abschlussbericht der Vorgängerexpedition rum. Kudos an den Ersteller! Das gesamte Dokument ist für meinen Geschmack zwar auch zu lang, die Informationen aus dem Anfang (insbesondere Seite 5) sind aber gut aufbereitet um den Spielern die offizielle Geschichte noch einmal bewusst zu machen.]

Die gefundenen Spuren im Zelt gaben den 3 Entdeckern sehr zu denken. Die Menge des enteckten Blutes reicht für einen ausgewachsenen Mann. Durch abgleich der Blutgruppe mit den Unterlagen der Miskatonic Expedition konnte Dr. Sinclair drei mögliche Opfer identifizieren [Forensics/Medicine und ein erfolgreicher Prepardnesswurf]. Am nächsten Morgen berichteten sie Moore von ihren ersten Entdeckungen. Er war sichtlich überrascht, fühlte sich aber in seiner Skepsis bezüglich des offiziellen Berichts bestätigt. Die drei sollen aber weitere Spuren zu sichern, bevor man wilde Theorien aufstelle. Das nächste Zelt wurde vom Schnee befreit. Leider war dieses Zelt zusammengefallen und von einer Zentimeter-dicken Eisschicht bedeckt. Grob geschätzt würden sie den ganzen Tag damit verbringen den Inhalt des Zeltes freizulegen. [Jetzt wurden die Spieler kreativ. Zuerst kam der Vorschlag das Eis mit einen Parrabolspiegel zu schmelzen. Leider war der Preparedness Wurf nicht erfolgreich. Danach wollten sie aus Batterien und Drähe ein Schmelzgerät bauen. Aber auch hier scheiterten die Proben.]. Statt sich mit dem Eis zu beschäftigen, wurde das nächste Zelt freigelegt. Aber auch dieses Zelt war vereisst. Währenddessen entdeckte Prof. Moore, einige hundert Meter vom Lager entfernt, den Grabhügel der Vorgängerexpedition . Auf dem breiten Hügel aus Felsen und Eis war ein, mit Namen und Widmung beschriftetes, Holzschild angebracht. Das Grab der Teilnehmer der Miskatonic Expedition.
Da es mit dem Zelten nur langsam voran ging, schlug Moore vor einen der rätselhaften Eiskegel genauer unter die Lupe zu nehmen. Zu viert räumten sie den Schnee beiseite und machten eine unglaubliche Entdeckung. Ein Fund, den man auf den ersten Blick nur als biologisch beschreiben konnte. Das Wesen war über 2m hoch und stand senkrecht in einen Schacht im Eis. Es hatte eine ausgeprägte Tonnenform, an seinen oberen und unteren Enden befanden sich seesternförmige Auswüchse und es war offensichtlich stark beschädigt. Dies musste eins der Wesen sein, die Professor Lake in seinen Funksprüchen beschrieb. Alle waren über den Fund sehr überrascht und Morre und Burroughs waren völlig aus dem Häuschen, fast schon etwas hysterisch. Mit Verstärkung der anderen Expeditionsteilnehmer wurde der Fund ins "Biologiezelt" gebracht. Priestley, der Fotograf der Lexington Expedition, machte eifrig Aufnahmen von dem Wesen und Arcacia beglückwünschte Moore und seine Mitarbeiter. Dr. Burroughs begann sofort damit das Wesen zu studieren. Am wichtigsten schien die Frage worum was es sich handeln könnte und warum es so eigenartig vergraben wurde. Eine nahe liegende Theorie war, dass das Wesen vor Sturmschäden geschützt werden sollte. [Dieser Fund hatte selbstverständlich einen satten Stabilitätswurf zu folge und ich war voller Vorfreude auf die zu erwartenden Reaktionen. Und was passiert? Alle Spieler schaffen den Wurf und verlieren nur ihre die paar investierten Punkte! Na, die können noch was erleben!]
Während Burroghs mit der Untersuchung im Zelt beschäftigt war, wanden sich Dr. Sinclair und Dr. Gilmore wieder der Spurensuche im Lager zu. Aufgrund der Funde im ersten Zelt baten sie Doktoren Moore darum den Grabhügel zu öffnen zu dürfen und die Leichen zu untersuchen. Professor Moore war von der Idee, die Grabesruhe seiner verstorbenen Freunde und Kollegen frühzeitig zu stören, alles andere als begeistert. Sinclair konnte ihn aber davon überzeugen, das aufgrund der Gewaltspuren im Zelt eine Sichtung der Leichen schnellere Antworten liefern würde, als die langwierige Untersuchung der Zelte. [Da Moore die Untersuchung der Leichen eigentlich als allerletzte Maßnahme in Erwägung zieht, habe ich Sinclairs Spieler die Aktion 2 Punkte Reassurance kosten lassen. Ein hoher Preis, aber die zu entdeckenden Fakten waren dies wert]
Die Enthüllung der Körper zerrte stark an den Nerven der Beiden. Insgesamt fanden sie 11, in Zeltplane gewickelte, Leichen in sehr unterschiedlichen Zuständen. So ist einer wohl durch einen Genickbruch ums Leben gekommen und einen Anderen wurden die Unterarme sauber abgetrennt. Aber die meisten Körper waren zerstückelt, förmlich seziert und in ihre Bestandteile zerlegt. Nur die wenigsten konnten Identifiziert werden. Die Ursache für diese schrecklichen Funde waren völlig unklar, es war aber offensichtlich, das kein Sturm hierfür verantwortlich sein konnte. Der Bericht der Rettungsexpedition war voller Lügen!
Dr. Burroughs' Untersuchung des Wesens brachten zwar viel Erhellendes hervor, doch am Ende stand er mit mehr Fragen da als zu Beginn. Handelt es sich um ein Tier oder eine Pflanze? Ist es Amphibisch oder konnte es gar fliegen? Wie funktionieren Stoffwechsel und Fortpflanzung? Wie lange liegt es schon im Eis? Warum ist die Außenhaut so unglaublich robust? Aber trotz der vielen Fragen war für Burroughs klar, das hier eine der größten Entdeckungen der gesamten Wissenschaft gemacht wurde!
[Hier ist die Kampagne wieder einmal lieber schön zu lesen als spielleiterfreundlich. Die Beschreibung und Ergebnisse der Untersuchung der Wesen darf man sich aus verschiedenen Abschnitten der Fließtexte und des Anhanges zusammensuchen. Und oben drauf gibt es den Verweis auf Malleus Monstrorum und den Roman. Sorry, aber hier fühle ich mich wirklich verarscht! Warum gibt es nicht eine Auflistung der offensichtlichen Fakten + der zu gewinnenden Informationen, die man mit Probe XY raus bekommen könnte? Ein Textblock hätte es getan. An späterer Stelle funktioniert das zu einen anderen Thema doch auch (Band 2 S.114f). Vielleicht übertreibe ich etwas, aber es ist doch naheliegend, das einige SCs Wissenschaftler sind, die selbst Hand anlegen wollen. 
Eine andere Sache die unheimlich nervt: die Ausrichtung der Karte des Lagers. In den Beschreibungstexten werden oft die Himmelsrichtungen angegeben, blöderweise zeigt die Windrose nach linksoben (ca. WestNordWest). Das ist wirklich verwirrend und wird nicht besser dadurch, dass der magnetische Südpol sich laut Windrose unten befindet. Warum ist die Karte nicht einfach nach Norden ausgerichtet?
Dennoch gefällt mir der Teil um Lakes Lager wirklich gut. Die Spieler haben viele Freiheiten bei ihrem vorgehen und werden recht behutsam mit dem Mythos in Kontakt gebracht. Ich bin gespannt wie es weiter geht.]

Zum Schluss noch ein stimmungsvoller Trailer zum Film The Great White Silence

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