Freitag, 10. Oktober 2014

Berge des Wahnsinns - Ein Fund und weitere Planung

Hier die Übersicht der bisherigen Berichte.
[Spielleiterkommentare in blau.]

Am morgen des 2.12. sitzen der Expeditionsleiter Moore, Dr. Burroughs und Dr. Sinclair gemeinsam beim Frühstück und lauschten dem Bericht des völlig übernächtigten Prof. Gilmore. Es erschien allen so, als seien die Deutschen nicht feindselig, aber das sie mehr Wissen als sie vorgeben. Im weiteren Gespräch erzählte Dr. Burroughs Moore von seiner Hypothese, dass die fehlenden Polwesen, von denen Lake berichtete, aufgetaut und wieder zum Leben erwacht sein könnten. Während Prof. Gilmore dies für möglich hält, tuen Dr. Sinclair und Prof Moore dies als verrückte Spinnerei ab.
Nach dem Frühstück führte Dr. Meyer die Gruppe zu einer Fundstelle an dem verschütteten Flugzeugunterständen. Unter einem der 4 Schneehügel scheint sich ein Hohlraum, der noch vollständig in Takt sein könnte, gebildet zu haben, Als sie zusammen einen Weg in den Hohlraum freilegten, wurden die Hunde im entfernten Lager unruhig. Im Inneren machten sie eine grauenvolle Entdeckung: Der Boden war mit mehreren dunklen, ovalen Eisschollen bedeckt. Neben diesen lagen Organe, Muskelstränge und aufgespannte Haut mit Fell ordentlich aufgereiht. Umrahmt waren die dunklen Flecken von, in Scheiben geschnittenes und wie ein Kartendeck aufgefächertes, Gehirn. Wie Burroughs feststellte, stammten alle Organe von Hunden.
[So langsam wird geht es mit der Stabilität der Gruppe bergab, allerdings ist noch keiner in den negativen Bereich gerutscht. Übrigens: Sanityverlust gab es bisher noch keinen]
Nachdem er sich von dem ersten Schock erholt hat, beobachtet Dr. Sinclair eingehender wie die Deutschen auf die Szenerie reagieren. Doktor Rielke wirkt sehr angegriffen und es schien als wollte er sich durch den Einsatz des Fotoapparates von der Szene zu distanzieren. Dr. Meyer wirkte hingegen auffallend gefasst, zwar geschockt, aber nicht überrascht.
Den Spuren nach zu urteilen lagen im Unterstand auch einige menschliche Körper, die sich in einen ähnlichen Zustand befanden. Offensichtlich wurden sie später unter dem gefunden Grabhügel beerdigt.
[An dieser Stelle wechselte der Spieler des übermüdeten Prof. Gilmore auf seinen Zweitcharakter, den Piloten Ace Tyler.]
Nachdem sie den Unterstand gesichtet haben, nahm Meyer Prof. Moore bei Seite und übergab ihn eine Aktenmappe mit der er in sein Zelt verschwand. Kurz darauf kehrte Ms Lexington von einen Flug entlang der Gebirgsflanke zurück. Wütend lief sie zu Moores Zelt und zeterte:“Moore will uns alle Umbringen!”. Offenbar war der zur Verfügung gestellte Sauerstoff für den Höhenflug verunreinigt. Moore versuchte sich zu entschuldigen aber mit den Gedanken völlig abwesend. Und auch Ace gelang es nicht die Situation zu entspannen. So zog Lexington wutentbrannt Richtung Barsmeyer-Falken Camp ab. Um sich selbst zu überzeugen kontrollierte Ace die Sauerstoffflaschen und konnte schlussendlich feststellen, das die Hälfte verunreinigt war.
Derweil konnte Dr. Burroughs belegen, dass die Zellstruktur der Wesen durch Eiskristalle beim Einfrieren und Auftauen nicht sonderlich stark beschädigt wurden. Durch diese Entdeckung weiter bekräftigt, entschloss sich Dr.Burroughs auf alles vorbereitet zu sein und unterzog einen der Körper einen Test auf ihre ballistische Stabilität. Zusammen mit Dr. Sinclair positionierte er das besonders stark beschädigte Wesen etwas abseits vom Lager und feuerte einige Gewehrschüsse auf dieses. Und wahrhaftig: eine Kugel, die einen Menschen glatt durchschlagen hätte, drang nur zu einem Drittel in das Wesen ein. Die Schüsse sorgten selbstverständlich für einigen Trubel im Camp und bei den Deutschen. Einige der aufgeschreckten und alamierten Expeditionsteilnehmer beschimpften die beiden, warfen ihnen mutwillige Zerstörung einzigartiger Funde vor oder vermuteten das sie einen Schneekoller unterlagen. 
[Mit so einen Experiment habe ich nicht gerechnet :D ]
Moore wurde natürlich hinzugezogen und rief Burroughs und Sinclair zu einen 6 Augen Gespräch. Doch zur Überraschung der Beteiligten gab es keine Standpauke. Er bezog sich mit keinen Wort auf die Schüsse sondern übergab den beiden, fast wortlos, Meyers Aktenmappe, 
Die Mappe enthielt das fehlende Ende der Poe Geschichte: "Der Bericht des Arthur Gordon Pym", sowie der normalen Ausgabe in deutsch und englisch. Moore bat die beiden darum sich die Geschichte durchzulesen und ihm ihre Meinung mitzuteilen.
[Und dann übergab ich meinen Spielern das eng beschriebene 16(!) Seiten Handout. Wer mal einen Blick drauf werfen will kann es sich hier runterladen. Und das beste: Es gibt keine Zusammenfassung! Stattdessen gibt es folgendes Zitat: 
"Mindestens einer der Spieler sollte sich damit befassen - der Text ist nicht allzu lang und enthält eventuelle Informationen, die für die Charaktere von Interesse sein könnten"
Nicht allzu lang?! Das ist nicht deren ernst, oder? Ich hab nie ein längeres Handout gesehen und würde drauf wetten, dass dieses es mindestens in die Top 10 der tl;dr Handouts geschafft hat! Es mag durchaus Spielgruppen geben, in denen sich ein Spieler mal für eine 16 Seiten Geschichte vom Spielgeschehen ausklinkt. Aber wie viele mögen das sein? 
Alternativ könnte man den Text natürlich austeilen und die Spieler zwischen den Sessions lesen lassen. Dann wäre aber an dieser Stelle Schluss mit der Spielsession, denn wie soll man Moore eine Meinung abgeben, wenn man den Inhalt des Textes nicht kennt? Und mal ganz ehrlich, will wirklich irgendjemand Rollenspiel "Hausaufgaben" austeilen/machen? Neben der Frachtliste ist dieser Spielabschnitt wohl das Paradebeispiel für Spielferne!
Wie hab ich das also gelöst? Ich habe die 16 Seiten gelesen und eine stichpunktartige Zusammenfassung von nicht einmal 200 Wörtern getippt. Inklusive ein paar weiteren Infos zur Pym Geschichte und deren Ende hatte ich nun ein kurzes Handout, das alle wichtigen Infos enthielt. Aber warum muss ich mir bei einer dreibändigen Kampagne diese Arbeit selbst machen? Weil der richtige Cthulhuspieler gerne Lesepausen in seinen Sitzungen einbaut? Weil ein ernsthafter Spieler gerne Hausaufgaben zu machen hat? Damit man sich besser in die Situation versetzen kann? 
Nein, ich versteh es nicht. Jetzt hätte ich doch gerne die fette Neuauflage, um sie dem Verantwortlichen um die Ohren zu hauen!]
In dem über 130 Jahre alten Text wird von Wesen berichtet, deren Beschreibung sehr genau mit gefundenen Polwesen übereinstimmt. Laut Bericht lebten sie in einen schwarzen Turm und experimentierten mit Menschen.
Nach der Lektüre wird in einen längeren Gespräch mit Moore über die Faktenlage und das weitere Vorgehen gesprochen. Zusammen wird der Entschluss gefasst sobald wie möglich über die Berge zu fliegen und weitere Spuren der Wesen zu suchen.
[Die Kampagne sieht den Flug über die Berge zwar vor, es wird aber auch die Option angeboten unterirdisch vorzugehen. 
Da die Expedition nicht wirklich für eine lange Höhlenerforschung ausgerüstet ist, entschied sich die Gruppe allerdings für den ursprünglichen Plan. Um ehrlich zu sein bin ich auch ganz froh darum, da der Alternativweg die ganze Kampagne komplett kippen würde. Ich finde die Option des Höhlenwegs zwar gut, aber die Umsetzung und Einbettung in die Kampagne ist leider mangelhaft. Es gibt zwar eine grobe Beschreibung der Kilometerlangen Strecke unter die Berge, aber wie sich das praktisch auf den Kampgnenverlauf auswirkt findet keinerlei Erwähnung und wird auch nicht wieder aufgegriffen. Schade.]

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