Sonntag, 15. Februar 2015

10 Dinge, die ich Supergeil finde

In meinen 10 Dingen die nerven Beitrag, zum Karneval der Rollenspielblogs, habe ich ja bereits mit dem Gedanken gespielt eine positive Fortsetzung zu verfassen. Und das zahlreiche und, entgegen meiner Erwartung, durchaus positive Feedback hat mich darin bestätigt. Am "Schlimmsten" war übrigens wohl diese Reaktion hier ;) Und ich habe sogar andere Blogger zum "meckern" angestiftet!
Hier also 10 (rollenspielbezogene) Dinge, die ich Supergeil finde! Wobei ich bewusst Systeme, Produkte und Verlage ausklammere.
Direkt zum Einstieg: Feedback ist geil! Beispielsweise Feedback zu Blogartikeln, Videos oder Podcasts. Und damit ist nicht nur Lobhudelei, sondern auch Kritik, Verbesserungsvorschläge und passende Ergänzungen gemeint. Ich freu mich über sowas sehr. Deshalb versuche ich selbst oft sinnvolle Kommentare oder Tweets loszuwerden. 
Aber ich meine auch Feedback innerhalb der Spielrunde. Was war besonders gut? Was schlecht? War eine Szene zu lang oder kurz? Und nicht nur in Richtung Spielleiter!
Leider kommt so etwas oft zu kurz und ich bin selbst ehrlich gesagt auch nicht immer besonders kritikfreudig gegenüber meinen Mitspielern. Aber manchmal reicht es schon, wenn man nur sagt was einen gefällt. Ich mutmaße ja, das manche Hangout onAir Runden nur deshalb onAir stattfinden, weil sich der Spielleiter Feedback, das er sonst nicht bekommt, von Dritten erhoffen.

Ich hab es sicher schon mal erwähnt, aber es muss mit in die Liste: Google Hangouts sind supergeil! Ich hab in den letzten 2 Jahren über Hangout mehr gespielt als in 7 Jahren davor. Darunter einige kurze Kampagnen, Oneshots, von teilweise nagelneuen Systemen, oder unsere bisher 23 Sessions umfassende Berge des Wahnsinns Kampagne. Hangouts sind vielleicht kein Ersatz für den Spieltisch, aber auf jeden Fall eine gleichwertige und viel flexiblere Alternative!

Ich bin kein besonders beschreibungsfreudiger Spielleiter. Darum mag ich es, wenn Abenteuer Illustrationen enthalten sind, die ich direkt am Spieltisch/im Hangout einsetzen kann. Dabei ist mir egal ob das jetzt Bilder von Monstern, NSCs, Gegenständen, Räumen oder Gebäuden sind. Ich mag es wenn das Spiel um solche visuelle Komponenten ergänzt werden.
Leider gibt es, von Monsterhandbüchern und NSC Portraits einmal abgesehen, relativ selten wirklich gut einsetzbare Bilder. 
Vor meiner Zeit gab es in manchen D&D Abenteuern spezielle Illustration Books. Darin waren beispielsweise Abbildungen von Räumen, Gegenständen oder Alchmistentischen, auf die sich die Spieler direkt beziehen konnten. Aber das ist wirklich schon eine ganze Weile her. 
Erfreulicherweise wird dieses Konzept aktuell mit den "Show‘ems", in den Anhängen der Numenera und The Strange Abenteuer, wieder aufgegriffen. Bleibt zu hoffen, dass das Schule macht. Schönes Artwork ist schön, einsetzbares Artwork ist aber besser! Schließlich geht es um ein Spiel, zumindest für mich.

Wo ich gerade bei Illustrationen bin. Ich steh auch total auf Karten. Ob jetzt von Kontinenten, Dungeons, Raumschiffen oder Gebäuden, eine gute Karte wertet Settings und Abenteuer für mich extrem auf. Noch besser ist es, wenn die Karten nicht nur schön aussehen, sondern auch einen Zweck im Spiel erfüllen. Und damit meine ich jetzt nicht die klassische Battlemap. Ein positive Beispiel sind die Karte aus "Der eine Ring". Das DER-Reisesystem ist nicht wirklich Innovativ, aber im Zusammenspiel mit den Karten ist es auf jeden Fall gut und interessant umgesetzt.
Ich erinnere mich auch gerne an die ingame Weiden Karte aus dem zweite Borbarad Abenteuer Unsterbliche Gier. In diesen Abenteuer muss die Gruppe verschiedenen Spuren quer durch Weiden verfolgen und die groß ausgedruckte Karte hat das Abenteuer extrem aufgewertet.
Karten sind auch einer der Gründe, warum ich unbedingt mal einen Megadungeon spielen oder leiten möchte :D


Webseiten zum Hobby, also Foren, Blogs, Communitys oder Webmags, gibt es ja eine ganze Menge. Mein absoluter Favorit ist die Rollenspieler (deutschsprachig) Community auf Google+.
Warum? Das hat mehrere Gründe und ist natürlich extrem subjektiv. Was für mich für die Community spricht, sind die extrem coole Leute (Stammtisch ftw!), die schnellen News, die angebotenen Hangout Runden zu aktuellen Systemen, die gute Moderation (die 3 haben es nicht immer leicht) und der allgemeine Umgangston.
Was mich ein wenig stört ist, das Themen aufgrund des Streams leider relativ schnell nach unten rutschen und somit tot sind. Aber vielleicht ist auch gerade das der Grund, warum die Community für mich funktioniert. Immerhin wird dadurch selten etwas bis zum Erbrechen kaputtdiskutiert.
Ich bin kein großer Convention Gänger. Meist sind sie zu weit weg und die Arbeit schießt mir auch gern mal dazwischen. Dazu kommt, das ich nicht wirklich der "Con-Small-Talker" bin, um es mal so zu formulieren.
Einen festen Eintrag in meinem Urlaubskalender hat allerdings der Deutsche Cthulhu Con, welcher dieses Jahr durch die AnRufung vertreten wird. Warum die Cthulhu Con so gut ist, habe ich hier bereits erläutert. Das deutsche Pegasus Cthulhu entspricht zwar schon lange nicht mehr meinen Spielvorlieben, aber das ändert nichts an großartigen Leuten und Spielrunden!

Die meisten Rollenspieler mögen Würfel, und ich schließe mich da nicht aus. Ob jetzt die üblichen W4-W100, Fudge Würfel, Exoten wie den Zocchi Dice, die Star Wars Spezialwürfel oder Inspirationswürfel, wie Story Cubes oder Dungeonmorph Dice. Ich finde Würfel super, Punkt.

Am liebsten leite ich vorgefertigte Abenteuer. Das liegt hauptsächlich daran, das die Ideen darin meist besser als meine eigenen sind und das ich nicht besonders gut im improvisieren bin. Letzeres versuche ich zwar mit Dungeon World ein wenig zu verbessern, aber leider mit nur mäßigen Erfolg.
Ein weitere Punkt, der mir an publizierten Abenteuern gefällt ist, das man sich mit außenstehenden darüber unterhalten und austauschen kann. Und damit meine nicht diese üblichen "Ich erzähl dir von meiner tollen Kampagne/meinen tollen Charakter" Monologe, sondern einen richtigen Dialog.
Ich kann mich mit SLs über Probleme bei den Bergen des Wahnsinns austauschen oder mit anderen Gruppen Erlebnisse in den "Lost Mine of Phan­del­ver" (den Bericht zu unserer Runde gibt es übrigens hier) vergleichen. Das ist cool!

Wenn der 10 Dinge Karneval gerade etwas hervorbringt, dann wohl Zufallstabellen. Und das ist ganz in meinen Sinne. Meistens verwende ich Tabellen in meiner SL Vorbereitung und suche mir cooles Zeug raus. Aber wenn die Spielsession mal stockt, würfle ich auch gern mal aus was passiert. Das macht meine spielleiterei etwas unberechenbarer, und hoffentlich auch spannender, für die Spieler.
Leider passiert es mir häufig, das ich die passende Tabelle nicht zur Hand hat. Aber das ist wohl eher ein Vorbereitungsproblem. Auf jeden Fall mag ich die kompakten Inspirationsquellen in Tabellenform.

Und zum Schluss ein vielleicht etwas kontroverses "Ding": die kleine Rollenspielszene.
Aber wie kann ich das gut finden? Was ist denn an einer kleinen Szene gut? Schließlich soll unser Hobby doch nicht aussterben! Und wenig Leute kaufen wenig Produkte, also wird alles teurer und es wird weniger veröffentlicht! Und überhaupt ist klein sowieso scheiße!
Alles richtig. Da Rollenspiel aber nie Mainstream wird, versuche ich es mal Positiv zu sehen:
Trotz seines Nischendaseins und seiner Winzigkeit, bekommt das Hobby eine extrem vielseitige Palette an, teilweise richtig hochwertigen, Produkten geliefert! Und anders als in anderen Hobbys (z.B. Videospiele, Lesen oder Sport) ist es unglaublich einfach einen bemerkbaren Beitrag zum Hobby zu leisten oder Kontakt zu den Machern aufzubauen. Wer sich ein wenig engagiert, wird automatisch irgendwie wahrgenommen. Das können nicht viele Hobbys von sich behaupten, und ist irgendwie ziemlich cool.
Und ich denke, dass ist auch ein passendes Ende für meine 10 geilen Dingen.

Kommentare:

  1. Was ich davon mag: Feedback (beste Art sich für gute Artikel zu bedanken), Illustation Books (in neuerer Zeit bei DCC* üblich und bei Kingdoms of Kalamar), Karten, G+-RPG-Community (schau ich immer gern vorbei, sind auch sehr aktiv, auch beim WOPC, danke, danke!), Würfel (vor allem damit zu Würfeln), vorgefertigte Abenteuer (Mag ich auch sehr. Insbesondere auch, wie sie sich entwickeln, inwie weit sie sich vom Original entfernen und auf was für verrückte, coole oder erstaunliche Ideen die Spieler da kommen), Zufallstabellen (oft ein guter Grund Würfel zu nutzen ... Allerdings sind bei diesem Karneval eher erstaunlich _wenig_ W10-Zufallstabellen dabei, eigentlich liefert nur System matters welche. Ich hatte letztes Jahr Februar dazu einen Karneval. ***Link siehe unten), kleine Rollenspielszene - im Sinne von familiäre Szene und nette Personen, auf die man sich freut - ja!

    Was ich nicht kenne: Google Hangouts, DCC** (würde mir aber bestimmtdurchaus gefallen)

    Also, erneut: Hohe Zustimmung auch nach meinem Geschmack!

    *DCC= Dungeon Crawl Classics
    *DCC=Deutsche Cthulhu Convention
    *** Link Karneval Zufallstabellen: http://forum.rsp-blogs.de/rsp-karneval/zufallstabellen-(februar-2014)/

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  2. Feiner Artikel, wobei die "RPG-Pros" sicherlich viel subjektiver sind und keine so hohe Schnittmenge in der Leserschaft haben werden wie Dein Artikel zum Nervkram.

    Feedback, v.a. differenziertes, schätze ich auch sehr, und hey, wer mag keine Würfel? Jeder mag Würfel. ;)
    Hangoutrunden habe ich noch nicht ausprobiert, müsste ich mal machen, kann mir aber vorstellen, dass ich damit Schwierigkeiten hätte, weil es doch recht unpersönlich ist, wenn man sich nicht gegenüber sitzt.
    Mit g+ habe ich keinen Vertrag. Bin zwar auch in der Gruppe, nutze das aber kaum. Außer twitter (was für einen kurzen, schnellen Austausch mMn am besten geeignet ist) erkenne ich bei den ganzen Netzwerken nicht den zwingenden Nutzen für mich. Mir ist es da oft zu mühsam, aus einer Flut von Beiträgen das Interessante zu filtern.

    Was ich am Rollenspiel vor allem sehr schätze: Es wächst mit den Spielern mit. Ich spiele heute ganz anders als vor 30 Jahren und kann mir sehr gut vorstellen, dass ich noch lange spielen werde und sich die Spielrunden immer weiter entwickeln. Rollenspiel hat also etwas zeitloses, was ich sehr faszinierend finde.
    Außerdem mag ich die Improvisation. Ich bin nicht so sehr ein Freund von vorgefetigten Abenteuern, auch wenn ich diese ab und zu nutze, viel lieber mag ich es, nur eine grobe Plottidee und ein paar NPCs zu haben, um dann gemeinsam mit den Spielern die Geschichte zu erleben. Oft passieren so an einem Spielabend Dinge, mit denen weder die Spieler, noch ich als SL gerechnet haben.

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