Freitag, 19. Juni 2015

AnRUFung 2015

Wie ich bereits letztes Jahr schrieb, sollte 2015 keine Deutsche Cthulhu Convention (DCC) stattfinden. Aber kaum war diese Info raus begannen bereits die Planung für einen Alternativevent. Das Team von Chtulhu's Ruf rief zur AnRUFung auf.

Grundsätzlich wurde die Anrufung an die Cthulhu Con orientiert: Eine 4-tägige all-inklusive Convention. Mit anderer Orga wurden aber auch einige Dinge etwas verändert. 
Beispielsweise erfolgte die Rundenanmeldung online vor der Con. Das System hatte zwar ein paar Macken, aber auch viele Vorteile. So wusste man schon vor Ankunft was ansteht und sparte Zeit vor Ort. Neben der Onlinenameldung gab es aber auch einige freie und flexible Rundenangebote vor Ort . Besonders auffällig im Vergleich zu vielen DCCs zuvor: Ich habe nicht einmal Gejammer, weil man keine Runde abbekommen hat, mitbekommen. Ich hoffe das System wird noch ein wenig optimiert und beibehalten, zumindest für mögliche, zukünftige AnRUFungen.

Aber auch die Lokation war eine andere. Dieses mal ging es zur Burg Hessenstein. Mir war das nur recht, wurde meine Anfahrt so um 1h verkürzt. Aber wie Rieneck, liegt auch diese Burg mitten im Nirgendwo, über eine Stunde zu jeder Autobahn entfernt. Die Burg selbst zeichnet sich besonders durch seine nichteuklidische Architektur aus. Ein Wunder das niemand verloren ging.



Donnerstag

Nach dem großen "Hallo" und Willkommensbier (kein Keilerpils!) wurde erstmal die Burg erkundet und das Zimmer abgecheckt. Neben der eigenwilligen Architektur, die den nachträglichen Anbauten und Sanierungen geschuldet ist, fiel mir die umfangreiche Beschilderung durch die Orga sehr positiv auf!
Ich durfte ganz oben im Turm wohnen. Die Zimmer und auch die Bäder dort waren tadellos, und blieben es auch. Im Zimmer gab es für jeden ein kleines Willkommenspaket, bestehend aus dem Programmheft, einen "Ruf" W100, einigen cthuluiden Pins und Ohrenstöpsel. Im Programmheft gab es außerdem 2 Gutscheine für Yörn's Cocktailbar, die jeden Abend geöffnet wurde!
Abends spielte ich in Nadia's Testrunde ihr Abenteuer Dantes Tagebücher (I diari di Dante) mit. Schon der Aufhänger, nämlich den Teufel zu identifizieren, hat mir sehr gefallen. Das Abenteuer zeichnete sich besonders durch seine nicht-chronologische Struktur aus und es gab einige wirklich schöne Bilder, Handouts ohne Textwüste und toll eingesprochene Dante Zitate. Ein wirklich tolles Abenteuer. Und am Ende hab ich sogar "gewonnen".

Freitag

Nach dem Frühstück luden Patrick, vom Ruf Team, und ich zum Bergen des Wahnsinns Workshop ein. Als Moderator und Einpeitscher unterstütze uns Daniel vom Ruf bzw. System Matters Podcast. Ich hatte ehrlich gesagt ein wenig Bammel vor der Geschichte, schließlich habe ich mir den Workshop letztes Jahr im betrunkenen Zustand von Patrick aufschwatzen lassen. Und dann erschienen sogar ~15 neugierige Teilnehmer. Aber es war dann doch alles halb so wild.
Besonders spannend fand ich ja die Eindrücke von anderen Spielleitern, die die Kampagne gerade leiten, abgeschlossen oder abgebrochen haben. Es ist echt witzig zu sehen wie unterschiedlich die Vorlieben sein können, auch wenn ich manche Vorlieben einfach nicht verstehen kann. 
Zu einen wirklichen Fazit sind wir natürlich nicht gekommen, aber es hat trotzdem Spaß gemacht. Am Ende fühlte ich mich nur ein wenig wie Professor Dyer aus dem Roman, konnte ich doch kaum jemanden davon abbringen sich auf den Weg in die Antarktis zu machen. Sie werden es bereuen :D
Nachmittags spielte ich ich beim Carsten Same Procedure. Wie der Name vermuten lässt, geht es bei den Abenteuer um das Dinner for One, und ich durfte die Rolle des Butlers übernehmen. Das Abenteuer selbst lief komplett als Echtzeit-Freeform ab und Carsten hatte einige wirklich coole Requisiten dabei (Tigerteppich!). Diese Method Actor/LARP Schiene ist ja eigentlich nicht mein Ding, aber die Runde hat wirklich Laune gemacht. Die Mitspieler waren klasse und mit einer Stunde Spielzeit war es auch kein Problem konzentriert dabei zu bleiben. Highlights waren für mich der Zweikampf mit Miss Sophie und das "traurige Rache Ende". Das Abenteuer gibt es übrigens hier zum Download.
Die cthuloide Kurzfilmvorstellung von Huan Vu, dem Kopf hinter dem Dreamlands Film, habe ich ausgelassen. Wirklich schaden, aber der Raum war mir einfach zu aufgeheizt und stickig. Stattdessen hab ich meinen Mitgliedsantrag für die deutsche Lovecraft Gesellschaft ausgefüllt und mir Cthulhus Ruf 7 + dem Untergrund Abenteuerband zugelegt.
Nachts gab es dann das traditionelle Whisky Tasting. Nach letztem Jahr bin ich ja auch auf den Geschmack gekommen und hab dementsprechend auch eine Flasche mitgebracht. Aufgrund der vielen Teilnehmer war es leider etwas unübersichtlich und verteilt, aber wir hatten in unserer Ecke trotzdem eine Menge Spaß.
Der harte Kern von sechs Leuten schloss um ~4 Uhr die Bar :D

Samstag

Am Samstagvormittag hab ich hauptsächlich gechillt, schließlich war der Großteil des Tages für mich mit Spielleiten gefüllt. Nach dem Mittagessen bot ich das Abenteuer Sister of Sorrow für Trail of Cthulhu an. Das Abenteuer spielt auf einen deutschen U-Boot während des ersten Weltkrieges. Die Spieler hatten eine Menge Spaß daran, sich in ihren Rollen auszutoben und schnell entwickelten sich auch die ersten Sticheleien untereinander. Besonders gefreut hat mich, das die Spieler wichtige NSCs schnell einprägen und wiedererkannten. NSCs sind normalerweise nicht meine Stärke, aber das Abenteuer macht in dieser Hinsicht einen wirklich guten Job bei der SL-Unterstützung (vgl. Berge des Wahnsinns ;) ). Die Runde war insgesamt mehr Fun als Horror, aber das war auch nicht meiner Zielsetzung. Und es gab einige erinnerungswürdige Szenen und Zitate!
Danach leitete ich The Rending Box, auch für Trail of Cthulhu. Das Abenteuer selbst ist zwar denkbar simpel, verläuft meiner Erfahrung nach aber immer anders. Leider war ich inzwischen schon etwas kaputt, weshalb der Einstieg eher träge verlief. Nach einer Weile kam das Abenteuer dann aber doch in Fahrt und es gab richtig schöne Konflikte innerhalb der Gruppe. Highlight war für mich die "filmreife" Öffnung der Box und die Spanferkelszene.
Danach hatte ich Feierabend und es ging in die Bar. Dort konnte ich noch die letzten Runden des Tablequiz mitnehmen und habe den Abend ausklingen lassen bis die Sonne aufging. 

Sonntag

Zum Sonntag kann ich nicht viel berichten, ich war einfach im Eimer. Das war aber auch nicht so schlimm, denn das vorgestellte Pegasusprogramm interessierte mich eh nicht wirklich (Wer braucht eine siebte Edition?! ;)).
Da waren die Infos vom Ruf Team spannender: Es bleibt dabei, dass das Magazin mit Ausgabe 10 in der jetzigen Form sein Ende finden wird. Geplant ist aber im Zuge der, vor kurzem gegründeten, deutschen Lovecraft Gesellschaft eine Vereinszeitschrift zu veröffentlichen. Bevor ich jetzt aber irgendwelche Fehlinformationen aus meinen Delirium weitergebe, verweise ich lieber auf die dLG Webseite. Dort wird es zur gegebener Zeit sicher handfeste Informationen geben.

Fazit

Im Grunde gilt für die AnRUFung das selbe, das ich schon zur DCC 2014 schrieb: Highlight! Trotz der anderen Orga lief alles sehr routiniert und einige Dinge (Das "Drumherum", die Rundenanmeldung, die Ziege, das Willkommenspaket etc) gefielen mir sogar etwas besser als sonst.
Ich bin mal gespannt wie es nächstes Jahr mit der DCC und der AnRUFung weitergeht. Ein paar Gedankenspiele gab es bereits und bisher klangen die alle sehr vielversprechend. Ich bin auf jeden Fall dabei!

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