Sonntag, 13. März 2016

[RPG-Blog-O-Quest] #006 März`16 – Settings

Auch im März gibt es wieder ein RPG Blog O Quest Thema. Also dann mal los:


1.) Welche Eigenschaften und/oder Besonderheiten schätzt Du an Deinen/m Lieblingssetting(s)?
An Cthulhu schätze ich die Flexibilität. Selbst wenn man "nur" innerhalb der 20er Jahre bleibt, bietet der Stoff ein weites Spektrum zwischen unbeschreiblich, kosmischen Horror bis zum martialisch, pulpigen Kampf gegen den Mythos. Um noch mehr aufzudrehen besteht auch noch die Möglichkeit andere Welten und Dimensionen zu erforschen (was leider viel zu selten getan wird). Ausserdem gibt es sehr viel Material für cthuloide Spiele und da ich zu faul bin eigene Abenteuer zu entwickeln kommt mir das ganz entgegen.
Es ist nur wirklich Schade das Pegasus in meinen Augen nur unterdurchschnittliches Spielmaterial für mein Lieblingssetting veröffentlicht.
Ein wichtiges Kriterium das ein Settings allgemein für mich aufwertet ist, wenn es viel zu entdecken gibt.
Was mir total fern liegt sind so verzweifelte Deprisettings in denen die ganze Welt gegen die SCs agiert. Beispiele hierfür wären Warhammer Fantasy, WoD oder diverse Endzeitsettings. Auf sowas hab ich keinen Bock.

2.) Hast Du schon Settings selber gebaut? Bist Du da der Bottom up (vom Kleinen zum Großen) oder eher der Top down (vom Großen zum Kleinen) Typ? Was waren die Besonderheiten Deines Settings? Wenn nein, warum hast Du bisher keins gebaut?
Vor vielen Jahren hab ich mit einen Freund an einen Space Opera Setting gewerkelt. Aber das war nicht viel mehr als ein lockeres Brainstorming und ein paar vollgekritzelte Zettel. Ich erinnere mich auch nicht mehr wirklich an konkrete Inhalte.
Seit dem habe ich kein Interesse mehr daran gefunden eigene Settings from scratch zu entwickeln. Warum auch? Es gibt genug lohnenswerte Settings, da braucht es keinen weiteren Heartbreaker von mir.
Was mir allerdings gefällt ist, wenn das Setting innerhalb des Spiels oder als eigenes Spiel zusammen mit der Gruppe entwickelt wird. Ganz konkret beispielsweise in Powered by the Apocalypse Systemen, Beyond the Wall oder sowas wie Microscope.

3.) Magst Du lieber generische Setting, wo man schnell mal einen Oneshot oder ein Kaufabenteuer reinwerfen kann und deren typische Tropes jeder kennt, oder lieber eigenständige, mit Besonderheiten gespickte, “einmalige” Settings?
Irgenwie ist die Frage blöd gestellt. Als ob das einzige Merkmal eines generischen Settings die Oneshottauglichkeit wäre, bzw im Umkehrschluss man auf einmaligen Settings keine Kaufabrenteuer spielen könnte...
Ich mag generische Settings. Bei EDO Fantasy weiß man woran man ist. Aber das hat weniger damit zu tun, das man mit so einen Setting gut einen Oneshot spielen kann. Ob ich gut einen OneShot leiten kann hängt für mich viel mehr von den Regeln und den gebotenen Abenteuer ab.
Der Vorteil an EDO ist für mich, abgesehen davon das jeder was damit anfangen kann, das man dafür unheimlich viel Material in Form von Monstern, Dungeons oder Abenteuern bekommt. Wobei ich auch nicht die fünfzigste Variante der Forgotten Realms oder Aventurien brauche. Da greife ich lieber direkt zum Original.
Bei "einmaligen" Settings bin ich immer skeptisch, da gibt es ganz spannende (z.B. Nights Black Agents oder Spelljammer). Aber viele "Schneeflocken Settings" sind eigentlich nur Kreativmülleimer von Möchtegern-Romanautoren, die sich sich vielleicht total einzigartig und toll lesen, aber als Spielwelt völlig ungeeignet sind.
Was für mich übrigens fast nie funktioniert sind "witzige" Settings. Also sowas wie Paranoia, Kobolde oder Los Muertos.

4.) Wie steht es um den Detailgrad bei Kaufsettings? Möchtest Du ein Königreich lieber auf 5 oder auf 500 Seiten beschrieben haben?
Für das grundsätzliche Setting ist weniger meist mehr. Gähnend lange, historische Abrisse der Welt, oder einzelner Bestandteile dieser, finde ich ermüdend. Besonders wenn es für das Spiel keine wirklich Relevanz hat. Aber so 100-200 Seiten sind schon in Ordnung. Wenn das dann zündet hab ich kein Problem mit weiteren Büchern zu Regionen, Glauben und ähnlichen. Im Gegenteil, oft ertappe ich mich dabei, wie ich in einen Settingbuch oder auf einer Karte einen Orte entdecke und mir dazu ganz dringend einen eigenen Quellenband wünsche, Ein gutes Beispiel ist für mich die Parlainth Beschreibung in Earthdawn,

5.) Welches Setting hat Dich zuletzt beeindruckt, egal ob kürzlich erschienen, noch im Erscheinen begriffen oder länger erhältlich?
Das bereits erwähnte Nights Black Agents hat mich ziemlich beeindruckt. Aber dazu schreib ich vielleicht mal mehr wenn ich etwas mehr Erfahrung mit dem Spiel gesammelt habe,

Kommentare:

  1. "[...] verzweifelte Deprisettings in denen die ganze Welt gegen die SCs agiert [...]" Darin unterscheidet sich Warhammer FRP doch in keiner Weise von Cthulhu.

    (Ich meine einer der ursprünglichen Designer hat WFRP mal als "Cthulhu trifft D&D im Mittelalter" bezeichnet. Man sollte vielleicht noch den abgedrehten britischen Homor ergänzen.)

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    1. Valider Punkt, mein subjektiver Eindruck ist allerdings ein anderer.
      Meinen Erfahrungen von Warhammer 2nd hab ich aus einer Runde, die mich als Spieler bei weiten mehr frustriert hat als all meine Cthulhu Runden.
      So nach den Motto: Du spielst einen Nixkönner, der nix zu fressen hat, in einer extrem gefährlichen, von Krieg beherrschten Welt und du von niemanden Hilfe erwarten kannst. Das hat irgendwie von Anfang an keinen Spaß gemacht und nach 3 Runden war die Sache dann auch durch für mich.
      Vielleicht ist das Spiel eigentlich ganz anders, aber dann hat es mir der SL wohl versaut.

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